Gratis-Pitch: der Change ist nötig

Immer wieder werden wir zu Wettbewerbspräsentationen, so genannte Pitches, eingeladen. Das freut uns sehr und ist immer wieder eine Chance, neue Kunden und spannende Projekte zu gewinnen. Pro Jahr sind das bei uns zwischen acht und zwölf Ausschreibungen, zu denen wir eingeladen werden. Viele davon sind Gratis-Pitches. Die Ansprüche sind extrem unterschiedlich. Von einer reinen Offerte bis zu einer kompletten Kreativpräsentation ist alles dabei. Nur leider gibt es offenbar noch immer keine allgemein gültigen Spielregeln, die einen fairen Wettbewerb möglich machen. Das heisst, es werden gerade im Eventbereich noch immer umfassende Kreativpitches ohne Entschädigung ausgeschrieben.

Mutig sein

Ich bin ehrlich. Wir machen immer mal wieder mit und hatten noch nicht den Mut, diese Anfragen konsequent abzulehnen. Gerade bei bestehenden Kunden, da wir uns die Chance nicht entgehen lassen wollen. Aber die Anfrage eines grossen Schweizer Versicherers, der den Eröffnungsevents seines Hauptsitzes kostenlos auspitchen liess, hat uns auf einen neuen Weg gebracht. Wir haben uns entschieden, die Entschädigung für die unterlegenen Agenturen in das Eventbudget einzuplanen – in diesem Fall je CHF 2 500.

Den Change anstossen

Dieses Umdenken ist unser Beitrag, um den Change im Thema «Gratispitches» anzustossen und damit nachhaltiges und partnerschaftliches Wirtschaften zu fördern. Wir thematisieren es an der Wettbewerbspräsentation – nicht als wichtiger Hauptpunkt, aber als klares Zeichen - und setzen die Entschädigung als eigener Budgetposten ins Eventbudget, das heisst, dass wir als Sieger aus unserem Projektbudget die anderen Agenturen entschädigen werden.


Es hat funktioniert!

Was bei der Versicherungsgesellschaft passiert ist? Wir haben zwar den Pitch verloren, aber sie zahlen uns und der anderen Verlierer-Agentur je CHF 2'500 aus dem Eventbudget. Unsere Botschaft ist angekommen und wir werden damit weitermachen und in jedem Wettbewerb diese Entschädigung fix einplanen.