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The Ugly Truth about Eventmanagement – Vol. 4

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Wenn “Verstehen Sie Spass” plötzlich Realität wird 

Eine weitere Ugly Truth Story – und diesmal mussten wir nicht einmal tief in über 20 Jahren Erfahrung graben. Alles hat sich tatsächlich an einem einzigen Tag, an einem einzigen Event abgespielt. Mehrmals haben wir uns ernsthaft gefragt, ob da nicht irgendwo versteckte Kameras installiert sind. Das Ganze hätte locker eine Spezialfolge von Verstehen Sie Spass füllen können. Aber lesen Sie selbst. 

(Und weil Persönlichkeitsrechte wichtig sind: Namen von Personen oder Location lassen wir hier natürlich weg 😉. Sämtliche Akteure sind uns jedoch bestens bekannt …) 

Mission Beachfeeling

Ein Lieblingskunde will ein besonderes Mitarbeiterfest am Wasser feiern. Wir freuen uns auf die Aufgabe. Doch bald zeigt sich: am gewünschten Datum sind sämtliche Locations in unserem Einzugsgebiet ausgebucht. Wir geben nicht auf und finden tatsächlich eine traumhafte Location mit Beachfeeling. Der Besitzer und Gastgeber ist sehr unkompliziert, alles kein Problem. Er freut sich ebenfalls. Die Site Visit verspricht einen coolen Event. Der Kunde ist soweit happy und wir buchen. Was dann folgte, war weniger Beach Club und mehr Impro-Theater. 

Improvisation im Minutentakt 

Am Event Tag wirkt die Location eher wie eine verlassene Beach Bar nach einem nassen Sommer. Wirklich Freude kommt bei diesem Anblick nicht auf. Kurzerhand entscheiden wir, da muss geputzt werden. Also verlangen wir vor Ort Putzmaterial. Wir fegen die Böden, stauben ab, entrümpeln, befreien die Umgebung und die Durchgänge von Unkraut. Der Gastgeber? Bis anhin nur auf der Combox erreichbar. Immerhin verspricht der Cateringverantwortliche, pünktlich mittags mit dem Team vor Ort zu sein. Notabene zwei Stunden vor Eintreffen der Gäste. Währenddessen wird uns klar: Der Zustand der Location scheint niemanden hier wirklich zu interessieren. Aber wir wussten, dass wir unseren Kunden damit nicht begeistern. Beim kurzen Espresso im dazugehörenden Restaurant erzählt uns die nette Dame hinter der Theke voller Vorfreude von der Zumba-Stunde, die sie am Nachmittag unseren Gästen erteilen darf. Moment mal … wir hatten doch Salsa gebucht?! 

Die Aufbaucrew trifft ein, Unterstützung wäre anders. Wir packen selbst an, tragen Möbel, koordinieren Technik und Zeltbau. Immerhin klappt das reibungslos. Dann das nächste Telefon: Der Busfahrer mit der ersten Gruppe hat am falschen Ausstiegsort angehalten. Die Gäste laufen also das letzte Stück zu Fuss. Beim Welcome-Drink eine einzige Servicekraft, die Schlange wächst, wir helfen aus. Immerhin: die Gäste nehmen es locker. Der Besitzer erscheint irgendwann, bringt immerhin einen Salsa-Lehrer, die Zumba-Lehrerin verlängert spontan ihren Einsatz als Kellnerin und bleibt bis tief in die Nacht. 

Auch die Stadtführung mit Spezialitätenbäckerei läuft anders als geplant: Die zuständige Ansprechperson von der Stadtführung fehlt, die Gruppe steht ratlos da, während uns gleichzeitig die Bäckerei anruft, wo denn unsere Leute bleiben. Man hätte es nicht absurder inszenieren können. 

Endlich haben wir Zeit, uns dem Abendessen zu widmen. Der Cateringverantwortliche hatte uns am Morgen noch versichert, dass wir uns darum überhaupt keine Sorgen machen müssten. Schliesslich sei er Sternekoch. Also fragen wir gespannt nach den Highlights, die Antwort: «Grilladen, grüner Salat und Pommes.» Gebucht haben wir aber das Gold-Angebot mit Salatbuffet und verschiedenen Beilagen… Nach einigem Hin und Her gibt es immerhin zusätzliche Salate.  Und siehe da: die Grilladen schmecken hervorragend, das Buffet kommt bei den Gästen gut an und der Cateringverantwortliche erhält sogar Lob. Uns freuts ebenfalls. Auch wenn wir wissen, wie viel Improvisation im Hintergrund nötig war. Und weil das Personal völlig unterdotiert und entsprechend überfordert ist, helfen wir kurzerhand den ganzen Abend im Catering aus. 

Die Feuerstelle, beim Site Visit als romantisches Highlight angepriesen, entpuppt sich als Lagerplatz für leere Kartons. Wir versuchen ein Feuer zu entzünden. Doch das bereit gestellte Holz ist nass, selbst der Brandbeschleuniger hilft nicht. Statt knisternder Flammen gibt’s nur Rauchschwaden. Und als wäre das nicht genug, meldet sich just in dem Moment der Glacewagen telefonisch: Er steht in Luzern an unserer Rechnungsadresse, weit weg von der eigentlichen Location. Zum Glück dreht er sofort um und kommt noch rechtzeitig an. Und als die Gäste ihre Glace in den Händen halten, ist die Welt wieder in Ordnung. 

Auf der anschliessenden Fahrt ins Hotel dann unser eigener Lapsus: Wir nehmen die falsche Ausfahrt und fahren 15 Minuten in die falsche Richtung und entsprechend genauso lange wieder zurück. Immerhin gab uns diese Extra-Runde die Gelegenheit, den verrückten Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.  

Wissen Sie was? Am Ende war alles gut. Die Gäste haben von all dem Wahnsinn im Hintergrund nichts mitbekommen, sie genossen Sonne, Drinks, Essen, Musik und Glace und das ist am Schluss das Entscheidende. Für uns bleibt es die perfekte Ugly Truth Story: ein Tag, der in keinem Drehbuch besser hätte stehen können. 

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